Hallo,
ich bin 18 und wollte einfach mal schreiben, wie es mir geht. Vielleicht versteht mich ja jemand.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht mal genau, wann das alles angefangen hat. Irgendwann habe ich angefangen, weniger zu essen. Erst war es eigentlich nur, weil ich ein bisschen auf mein Gewicht achten wollte. Aber mit der Zeit wurde das immer mehr.
Heute denke ich ständig ans Essen. Oder eher daran, was ich nicht essen sollte. Das nervt mich selber manchmal 😫 Wenn andere einfach etwas essen können, ohne groß darüber nachzudenken, frage ich mich oft, wie das überhaupt geht.
Das Komische ist, dass ich oft Hunger habe. Aber wenn ich dann nichts esse oder nur wenig, fühlt sich das irgendwie wie ein Erfolg an. Ich weiß, dass das seltsam klingt.
In der Schule und allgemein im Alltag habe ich oft Stress. Manchmal habe ich das Gefühl, dass alles zu viel wird. Beim Essen habe ich wenigstens das Gefühl, selbst entscheiden zu können. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum mir das so schwerfällt.
Meine Freunde merken teilweise, dass ich wenig esse. Manche machen Witze darüber, andere sagen, ich soll einfach mehr essen. Wenn das so einfach wäre, hätte ich das wahrscheinlich längst gemacht.
Ein Teil von mir weiß schon, dass das nicht gesund ist. Aber gleichzeitig habe ich Angst davor, zuzunehmen. Deshalb dreht sich alles immer wieder im Kreis 🙄 .
Ich wollte einfach mal wissen, ob es hier noch andere gibt, denen es ähnlich geht oder ging.
Liebe Grüße
Juna
Liebe Juna
Danke, dass du dieses sehr persönliche Thema hier ansprichst. Viele Jugendliche, die mit ihrem Essverhalten kämpfen, behalten ihre Gedanken lange für sich. Deshalb ist es ein wichtiger Schritt, darüber zu schreiben und sich mitzuteilen.
Beim Lesen deines Beitrags wird deutlich, dass es nicht nur ums Essen geht. Oft stehen hinter dem Wunsch, möglichst wenig zu essen, ganz unterschiedliche Gefühle und Belastungen. Manchmal geht es um Kontrolle, manchmal um Unsicherheit, Stress oder den Umgang mit schwierigen Gedanken. Von aussen ist das oft kaum sichtbar.
Wichtig finden wir die Erkenntnis, dass niemand mit solchen Herausforderungen allein bleiben sollte. Je früher man über Sorgen rund um Essen, Gewicht oder das eigene Körperbild spricht, desto besser können Betroffene Unterstützung erhalten. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke.
Falls du dich in meinen Schilderungen wiedererkennst oder merkst, dass Essen und Gedanken rund um den Körper immer mehr Raum im Alltag einnehmen, kann es hilfreich sein, mit einer Vertrauensperson, den Eltern, einer Schulsozialarbeit oder einer Fachperson darüber zu sprechen.
Wir haben auf netz-familie.ch einen ausführlichen Fachartikel veröffentlicht, der erklärt, wie Essstörungen entstehen können, welche Warnzeichen es gibt und welche Unterstützungsmöglichkeiten für Jugendliche und Familien bestehen:
👉 Essstörungen bei Jugendlichen: Ursachen, Warnzeichen und Hilfe für Betroffene, Eltern und Angehörige:
https://netz-familie.ch/essstoerung-jugendliche-eltern-ratgeber/
Vielleicht findest du dort Informationen, die dir helfen, deine eigenen Gedanken und Gefühle besser einzuordnen.
Danke nochmals für deinen Beitrag und dein Vertrauen. Wir wünschen dir von Herzen alles Gute und hoffen, dass du Menschen an deiner Seite hast, mit denen du offen sprechen kannst.
Herzliche Grüsse
Stephan
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Merci für die Tips. Ja, ich lese im Moment viel über Magersucht und das tut mir gut. Obwohl ich zum Glück nicht so extrem Magersüchtig bin, sagt mir eine gute Freundin, dass ich aufpassen muss, dass es nicht schlimmer wird.
Aber trotzdem allen einen HappyTag. Juna
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Amira

