Manchmal überkommen uns im Streit oder in großer Wut Gedanken, die uns selbst erschrecken: „Ich wünschte, du wärst tot!“ Solche Sätze wirken heftig und können sehr verletzen. Vielleicht hast du selbst schon einmal so etwas gedacht oder gesagt – oder es wurde dir an den Kopf geworfen. In diesem Ratgeber erfährst du, warum solche Gedanken entstehen, was sie bedeuten und wie du damit umgehen kannst.
Warum tauchen solche Gedanken auf?
Starke Emotionen wie Wut, Enttäuschung oder Ohnmacht können dazu führen, dass wir extreme Gedanken haben. Oft steckt dahinter kein wirklicher "Todeswunsch" für die andere Person, sondern der Wunsch für einen selber, dass der Schmerz oder Konflikt endlich aufhört. Gerade in der Pubertät, wenn Gefühle manchmal Achterbahn fahren, kann es passieren, dass du deine eigenen Grenzen austestest – auch gedanklich.
Wichtig: Solche Gedanken sind nicht ungewöhnlich und sie bedeuten nicht, dass du ein schlechter Mensch bist. Sie zeigen lediglich, dass du gerade sehr überfordert bist.
Was bedeutet das psychologisch?
Psycholog*innen wissen: Gedanken sind nicht gleich Taten. Viele Jugendliche erleben in bestimmten Situationen heftige Fantasien, die sie aber nicht umsetzen wollen. Oft ist es ein Hilferuf – nach Aufmerksamkeit, Verständnis oder einer Lösung für den Konflikt.
Manchmal steckt auch ein Gefühl der Machtlosigkeit dahinter. Wenn du dich ungerecht behandelt fühlst oder keinen anderen Ausweg siehst, kann der Wunsch nach einem „Ende“ des Problems in solche Gedanken umschlagen.
Wie kannst du damit umgehen?
- Gefühle zulassen: Erkenne an, dass Wut, Traurigkeit oder Enttäuschung zu deinem Leben gehören. Es ist okay, starke Emotionen zu haben.
- Sprich darüber: Vertraue dich einer Person an, der du vertraust – Freund*innen, Eltern oder einer Lehrkraft. Du bist nicht allein mit deinen Gedanken.
- Finde andere Wege, dich auszudrücken: Schreibe deine Gefühle auf, male, mache Sport oder höre Musik. So kannst du den Druck abbauen, ohne dich oder andere zu verletzen.
- Suche Hilfe, wenn du dich überfordert fühlst: Unser Online-Beratungsangebot auf netz-familie.ch steht dir kostenlos und anonym zur Verfügung. Hier findest du Unterstützung von Fachleuten aus Sozialpädagogik und Psychologie.
Was tun, wenn du betroffen bist?
Wenn dir jemand solche Worte sagt, kann das sehr weh tun. Sprich mit einer Vertrauensperson darüber und hole dir Unterstützung. Niemand sollte mit solchen Verletzungen allein bleiben.
Du bist nicht allein! Extreme Gedanken sind ein Zeichen dafür, dass dich etwas sehr beschäftigt. Es ist mutig, dir Hilfe zu holen und darüber zu reden. Gemeinsam finden wir einen Weg, wie du besser mit deinen Gefühlen umgehen kannst. 💚
Du hast Fragen oder möchtest dich austauschen? Im Jugendportal von netz-familie.ch findest du Forenbeiträge und Beratungsangebote rund um persönliche Lebensgestaltung, Erziehungsfragen und Schulprobleme. Wir sind für dich da!
BenK
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Amira
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